21.Mai, 2026
Die NASA-Raumsonde Psyche hat am 15. Mai 2026 ein entscheidendes Etappenziel auf ihrer Reise durch das Sonnensystem gemeistert. Bei ihrem Vorbeiflug passierte sie die Oberfläche des Roten Planeten in einer minimalen Entfernung von nur rund 4.600 Kilometern. Dieses sogenannte Swing-by-Manöver nutzte die enorme Gravitationskraft des Mars, um die Sonde wie eine kosmische Schleuder zu beschleunigen. Durch den Vorbeiflug erhielt Psyche einen Geschwindigkeitszuwachs von etwa 1.600 Kilometern pro Stunde, während gleichzeitig ihre Flugbahn um etwa ein Grad gekippt wurde. Das Besondere an diesem Manöver ist, dass die Richtungs- und Geschwindigkeitsänderung ohne den Einsatz von bordeigenem Treibstoff vollzogen werden konnte. Dadurch spart die Mission wertvolles Xenon-Gas ein, welches für den eigentlichen solar-elektrischen Ionenantrieb benötigt wird. Die Flugleitung im Jet Propulsion Laboratory wertete die Funksignale über das Deep Space Network aus und bestätigte den perfekten Verlauf der neuen Trajektorie. Während des Rendezvous nutzte das Team die Gelegenheit, um sämtliche wissenschaftlichen Instrumente an Bord zu aktivieren und umfassend zu kalibrieren. Die Multispektralkamera der Sonde nahm im Zuge der Annäherung und des Vorbeiflugs tausende Beobachtungsdaten des Planeten auf. Da sich Psyche dem Mars aus einem extremen Winkel näherte, präsentierte sich der Nachbarplanet auf den ersten Bildern zunächst als hauchdünne, leuchtende Sichel. Durch die staubige Marsatmosphäre wurde das Sonnenlicht stark gestreut, wodurch die Sichel weitaus heller erschien als von den Ingenieuren rechnerisch erwartet. Nach dem Passieren des Planeten schwenkte der Blickwinkel um, sodass die Kamera kurz darauf eine Ansicht des fast vollständig beleuchteten „Voll-Mars“ einfangen konnte. Auf den zur Erde gesendeten Aufnahmen zeichnen sich markante Oberflächenstrukturen wie das gigantische Grabensystem der Valles Marineris gestochen scharf ab. Auch die rund 700 Kilometer breite, eisreiche Südpolkappe des Planeten wurde in einer außergewöhnlich hohen Auflösung dokumentiert. Weitere Nahaufnahmen zeigen windgepeitschte Streifen in der bekannten Region Syrtis Major sowie den tiefen Doppelring-Krater Huygens. Parallel zu den Kamerasystemen registrierten die bordeigenen Magnetometer den exakten Übergang, als die Sonde die Bugstoßwelle des Mars passierte. Die gewonnenen Bilddaten dienen den Wissenschaftlern als wichtige Generalprobe, um die Navigations- und Aufnahmetechniken für das spätere Hauptziel zu verfeinern. Nach dem erfolgreichen Slingshot-Manöver befindet sich das raumfahrzeugeigene System nun auf direktem Kurs in den Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Dort soll die Raumsonde im Sommer 2029 eintreffen, um den gleichnamigen, extrem metallreichen Asteroiden Psyche intensiv zu erforschen.