
Die Mission Artemis II markiert den historischen Moment, in dem Menschen nach über einem halben Jahrhundert wieder die unmittelbare Nähe des Mondes erreichten. Als erste bemannte Mission des Artemis-Programms diente sie dazu, die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der neuen Systeme im tiefen Weltraum zu bestätigen. Der Start erfolgte am 1. April 2026 unter idealen Wetterbedingungen vom Kennedy Space Center in Florida. Die gewaltige SLS-Rakete bewies dabei erneut ihre Zuverlässigkeit und hob die vierköpfige Crew sicher in den Himmel. An Bord der Orion-Kapsel befanden sich der Kommandant Reid Wiseman, der Pilot Victor Glover sowie die Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen.
In den ersten 24 Stunden verblieb das Raumschiff in einer hohen Erdumlaufbahn, um alle lebenserhaltenden Systeme einem letzten Check zu unterziehen. Während dieser Phase führte die Besatzung komplexe Manöver durch, um das manuelle Steuern der Kapsel in der Nähe der ausgebrannten Raketenstufe zu trainieren. Erst nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Tests zündete das Triebwerk des europäischen Servicemoduls für den Flug Richtung Mond. Die Flugbahn wurde als freie Rückkehrbahn berechnet, die das Raumschiff ohne zusätzlichen Treibstoffverbrauch wieder zur Erde zurückführen kann. Am vierten Missionstag brach die Besatzung den Entfernungsrekord von Apollo 13 und entfernte sich über 400.000 Kilometer von der Heimat.
Ein emotionaler Höhepunkt war der Moment, als die Erde für die Crew zu einer kleinen, blau leuchtenden Murmel in der unendlichen Schwärze schrumpfte. Die Astronautin Christina Koch teilte während des Fluges spektakuläre Aufnahmen und wissenschaftliche Daten über die Strahlungsbelastung im tiefen All. Am 6. April 2026 erreichte die Mission mit dem Vorbeiflug an der Rückseite des Mondes ihren geografischen Scheitelpunkt. Die Crew blickte aus den Fenstern der Orion-Kapsel direkt auf die zerklüftete Kraterlandschaft des Mondes, die nur 7.400 Kilometer entfernt war. Während der Funkpause hinter dem Mond herrschte im Kontrollzentrum in Houston eine gespannte, aber konzentrierte Stille.
Nach dem Swing-by-Manöver nutzte die Kapsel die Mondgravitation wie ein Katapult für den Rückflug zur Erde. Die folgenden Tage im Transit wurden genutzt, um medizinische Daten über die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf die vier Besatzungsmitglieder zu sammeln. Das europäische Servicemodul arbeitete während der gesamten Reise tadellos und lieferte stabilen Strom sowie Atemluft für die Kabine. Die Kommunikation über das Deep Space Network ermöglichte es der Weltbevölkerung, fast in Echtzeit an den Erfahrungen der Astronauten teilzuhaben. Am 10. April 2026 begann die kritische Phase der Rückkehr mit der Trennung vom Servicemodul kurz vor dem Eintritt in die Atmosphäre.
Die Orion-Kapsel schlug mit einer Geschwindigkeit von etwa 40.000 Kilometern pro Stunde in die oberen Luftschichten ein. Dank des innovativen Skip-Reentry-Verfahrens wurde die enorme Hitze und Belastung für die Crew und das Material deutlich reduziert. Der Hitzeschild hielt Temperaturen von bis zu 2.800 Grad Celsius stand und schützte das Innere des Raumschiffs zuverlässig. Schließlich entfalteten sich die drei gewaltigen Hauptfallschirme und bremsten die Kapsel für die Wasserung sanft ab. Am 11. April 2026 setzte die Kapsel punktgenau im Pazifischen Ozean auf und wurde sofort von Bergungsteams der US Navy gesichert.
Alle vier Astronauten verließen das Raumschiff bei bester Gesundheit und wurden für erste Untersuchungen an Bord eines Bergungsschiffs gebracht. Dieser Erfolg von Artemis II hat die technische Überlegenheit und die internationale Zusammenarbeit dieses Programms eindrucksvoll unterstrichen. Die gewonnenen Daten sind nun das Fundament für die nächste große Herausforderung: die Landung von Menschen auf der Mondoberfläche. Mit dem Abschluss dieser Mission im April 2026 hat die NASA bewiesen, dass der Mond nicht mehr nur ein fernes Ziel, sondern wieder erreichbar ist. Die Ära der dauerhaften Erforschung unseres Trabanten hat mit diesem Flug endgültig und erfolgreich begonnen.
Das Artemis-Programm: Die Chronik unserer Rückkehr zum Mond
Vom ersten Entwurf bis zur historischen Mission 2026
Das Artemis-Programm ist nicht einfach nur „Apollo 2.0“. Es ist das ehrgeizigste internationale Vorhaben der Menschheitsgeschichte mit dem Ziel, eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond zu etablieren und den Weg zum Mars zu ebnen.
1. Die Geburtsstunde (2017 – 2019)
Nach Jahrzehnten, in denen die bemannte Raumfahrt auf den erdnahen Orbit (ISS) beschränkt war, änderte sich 2017 die US-Raumfahrtpolitik.
- Dezember 2017: Die „Space Policy Directive 1“ wird unterzeichnet. Der offizielle Auftrag: Rückkehr zum Mond, gefolgt von Missionen zum Mars.
- Mai 2019: Das Programm erhält seinen Namen: Artemis. In der griechischen Mythologie ist sie die Zwillingsschwester von Apollo und die Göttin des Mondes – ein starkes Symbol für die Vielfalt, da Artemis auch die erste Frau auf den Mond bringen soll.
2. Die Hardware: Giganten des Weltraums
Damit Artemis gelingen konnte, mussten völlig neue Systeme entwickelt werden:
- SLS (Space Launch System): Die massivste Rakete, die die NASA je gebaut hat. Mit 39 MN (Mega-Newton) Startschub übertrifft sie sogar die legendäre Saturn V.
- Orion-Kapsel: Das Raumschiff für die Crew, das für extreme Belastungen beim Wiedereintritt aus dem tiefen Weltraum konzipiert wurde.
- HLS (Human Landing System): Hier setzt die NASA auf Partner. SpaceX entwickelt eine modifizierte Version des Starship, um Astronauten auf die Mondoberfläche zu bringen.
3. Artemis I: Der unbemannte Härtetest (2022)
Der erste große Meilenstein war die Mission Artemis I (16. November bis 11. Dezember 2022).
- Die Mission: Ein unbemannter Testflug der SLS-Rakete und der Orion-Kapsel um den Mond.
- Das Ergebnis: Ein voller Erfolg. Die Kapsel legte 2,1 Millionen Kilometer zurück und bewies, dass der Hitzeschild und die Navigationssysteme bereit für Menschen sind.
4. Die „Dürreperiode“ & Der Neustart (2023 – 2025)
Zwischen Artemis I und II gab es erhebliche Verzögerungen durch technische Hürden am Hitzeschild und Budgetfragen.
- Strategische Neuausrichtung: Die NASA passte den Zeitplan an, um die Sicherheit der Crew absolut zu priorisieren. In dieser Zeit festigten die Artemis Accords (ein internationales Abkommen zur friedlichen Mondnutzung) die Zusammenarbeit mit Partnern wie der ESA (Europa) und JAXA (Japan).
5. Artemis II: Die Rückkehr der Crew (März – April 2026)
Dies ist das aktuelle Kapitel der Geschichte. Am 11. April 2026 landete die Crew von Artemis II sicher im Pazifik.
- Historische Besatzung: Erstmals flogen eine Frau (Christina Koch), ein Afroamerikaner (Victor Glover) und ein Kanadier (Jeremy Hansen) zusammen mit Kommandant Reid Wiseman zum Mond.
- Der Flug: Eine „freie Rückkehrbahn“. Das Raumschiff nutzte die Schwerkraft des Mondes, um ohne erneute Triebwerkszündung zurück zur Erde geschleudert zu werden.
- Bedeutung: Dieser Erfolg beweist, dass die Lebenserhaltungssysteme der Orion über 10 Tage im tiefen All perfekt funktionieren.
6. Die Zukunft: Der Weg zum „Lunar Base Camp“
Wie geht es nach dem Erfolg von Artemis II weiter?
- Artemis III & IV (2027/2028): Der Fokus verschiebt sich nun auf das Andocken im All. Die Astronauten müssen lernen, von der Orion in das SpaceX-Landesystem umzusteigen.
- Die Landung (2028): Geplant ist die Landung am Mond-Südpol. Dort gibt es Wassereis in Kratern, die niemals Sonnenlicht sehen – die wichtigste Ressource für künftigen Raketentreibstoff.
- Mars-Vorbereitung: Alles, was wir auf dem Mond lernen (Wohnen unter Strahlung, Staubschutz, Ressourcenabbau), dient als Generalprobe für die erste Reise zum Roten Planeten in den 2030er Jahren.
Der historische Start von Artemis II: „Integrity“ hebt ab
Am 1. April 2026 um 22:35 Uhr UTC (18:35 Uhr Ortszeit) hielt die Welt den Atem an. Zum ersten Mal seit 1972 bestiegen wieder Menschen eine Rakete, die sie weit über die Erdumlaufbahn hinaus zum Mond befördern sollte.
Die Startphase: Kraft und Präzision
Der Start erfolgte vom legendären Launch Complex 39B am Kennedy Space Center in Florida.
- Das Vehikel: Die SLS-Rakete (Space Launch System) in der Konfiguration „Block 1“.
- Die Crew: Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover sowie die Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen. Sie benannten ihre Orion-Kapsel passenderweise „Integrity“.
- Der Aufstieg: * Sieben Sekunden vor dem Abheben zündeten die vier RS-25-Haupttriebwerke.
- Bei T-0 zündeten die beiden weißen Feststoffbooster und lieferten den gewaltigen Schub, um die 2.600 Tonnen schwere Rakete vom Boden zu heben.
- Nach nur zwei Minuten wurden die Booster abgetrennt und fielen planmäßig in den Atlantik.
Der „High Earth Orbit“: Der erste Check
Anders als bei den Apollo-Missionen schoss Artemis II nicht sofort zum Mond. Die Mission war so konzipiert, dass die Crew zunächst sicherstellen konnte, dass alle Systeme funktionieren, während sie noch nah genug für eine Notlandung war.
- Erster Orbit: Die Raketenoberstufe (ICPS) brachte die Crew in eine elliptische Umlaufbahn um die Erde.
- Systemtest: In dieser Phase testete die Crew die manuellen Steuerungsfähigkeiten der Orion-Kapsel sowie das neue Lebenserhaltungssystem des europäischen Servicemoduls (ESM). Sogar ein kleines Problem mit der Bordtoilette wurde von Christina Koch während dieser Zeit erfolgreich repariert.
- Translunar Injection (TLI): Erst am zweiten Tag der Mission zündete das Triebwerk erneut, um die Crew auf den Weg zum Mond zu bringen.
Die Bedeutung des Starts
Dieser Start war aus mehreren Gründen geschichtsträchtig:
- Erster bemannter Flug von Rampe 39B seit 2006 (damals noch mit dem Space Shuttle).
- Internationalität: Erstmals flog ein nicht-amerikanischer Staatsbürger (der Kanadier Jeremy Hansen) bei einer Mondmission mit.
- Live-Übertragung: Dank modernster 4K-Kameras an den Solarflügeln der Orion konnten Menschen weltweit den Start und die anschließende Trennung der Raketenstufen in Echtzeit mitverfolgen.
Technische Daten des Starts (Artemis II)
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Datum / Uhrzeit | 1. April 2026, 18:35 EDT |
| Maximaler Schub | ca. 39,1 MN |
| Startgewicht | ca. 2.600 Tonnen |
| Besatzung | 4 Personen |
| Dauer des Aufstiegs | ca. 8 Minuten bis zum Orbit |
Der Flug zum Mond: 700.000 Kilometer durch das Nichts
Nachdem die Crew am 1. April 2026 die Erdatmosphäre verlassen hatte, begann eine zehntägige Odyssee, die die vier Astronauten weiter weg von der Erde führte als jeden Menschen zuvor. Der Flug war in drei entscheidende Phasen unterteilt.
1. Das „Testgelände“ im Erdorbit (Tag 1–2)
Bevor Orion den endgültigen „Schubs“ Richtung Mond erhielt, verbrachte die Crew fast 24 Stunden in einer hochelliptischen Erdumlaufbahn (High Earth Orbit).
- Der Proximity-Test: Die Astronauten nutzten die ausgebrannte Oberstufe der Rakete (ICPS) für ein besonderes Manöver. Sie steuerten die Orion-Kapsel manuell bis auf wenige Meter an die Stufe heran. Dies war die Generalprobe für künftige Missionen, bei denen das Andocken an die Mondlandefähre überlebenswichtig sein wird.
- Systemcheck: Erst als sichergestellt war, dass die Sauerstoffaufbereitung und die Heizsysteme des europäischen Servicemoduls (ESM) einwandfrei funktionierten, gab Mission Control in Houston das „Go“ für den Mond.
2. Der Transit: Die Stille des Deep Space (Tag 3–5)
Mit der Zündung zur Translunar Injection (TLI) verließ die „Integrity“ die Erdumlaufbahn.
- Der Entfernungsrekord: Am 4. April 2026 brach die Crew den Rekord von Apollo 13 (400.171 km). Mit einer maximalen Distanz von ca. 406.900 Kilometern zur Erde markierte Artemis II den neuen „Deep Space“-Rekord für bemannte Raumfahrzeuge.
- Leben an Bord: Die Crew verbrachte die Zeit mit wissenschaftlichen Experimenten zur Strahlungsmessung und täglichen Live-Übertragungen. Besonders beeindruckend waren die Bilder der „untergehenden“ Erde, die Christina Koch über das Deep Space Network zur Erde schickte.
3. Das Mond-Rendezvous (Tag 6)
Am 6. April 2026 erreichte die Mission ihren geografischen Höhepunkt: den Vorbeiflug am Mond.
- Die Dunkle Seite: Die Flugbahn führte die Crew um die Rückseite des Mondes. Während dieser Zeit gab es einen etwa 20-minütigen Funkabbruch, da die massive Mondmasse die Signale zur Erde blockierte.
- Closest Approach: Die Orion näherte sich der Mondoberfläche bis auf etwa 7.400 Kilometer.
- Freie Rückkehrbahn: Ein entscheidender Sicherheitsaspekt der Mission war die „Free Return Trajectory“. Das bedeutet: Die Schwerkraft des Mondes wirkte wie eine Schleuder. Ohne ein weiteres Mal die Haupttriebwerke zünden zu müssen, wurde die Kapsel durch den Mond-Swing-by exakt auf Kurs Richtung Erde gelenkt.
Meilensteine des Fluges
| Phase | Ereignis | Ergebnis |
|---|---|---|
| Erde-Orbit | Manuelles Fliegen | Erfolgreiche Demonstration der Steuerung |
| Deep Space | Rekord-Distanz | 406.901 km von der Erde entfernt |
| Mond-Vorbeiflug | Lunar Flyby | Visuelle Inspektion potenzieller Landestellen |
Das Finale: Heimkehr mit 40.000 km/h
Nach zehn Tagen im All und einer Reise um den Mond endete die Mission Artemis II am 10. April 2026 (Ortszeit) mit einer perfekten Landung im Pazifik. Es war die schnellste Rückkehr, die eine bemannte Kapsel jemals absolvierte.
1. Das „Skip-Reentry“-Manöver
Um die enorme Geschwindigkeit von ca. 11 km/s (40.000 km/h) abzubauen, nutzte die Orion-Kapsel „Integrity“ ein spezielles Verfahren: den Skip-Reentry.
- Wie ein flacher Stein, den man über das Wasser springen lässt, tauchte die Kapsel kurz in die obersten Schichten der Atmosphäre ein, „hüpfte“ dann noch einmal kurz zurück ins All, um Hitze und Geschwindigkeit abzubauen, bevor sie zum endgültigen Abstieg ansetzte.
- Dies verringerte die Belastung für die Crew und erlaubte eine präzisere Landung in der Nähe des Bergungsschiffs.
2. Die Feuerpause: 2.800 Grad Hitze
Beim endgültigen Eintritt in die Atmosphäre wurde die Luft vor der Kapsel so stark komprimiert, dass ein glühendes Plasma entstand.
- Der Hitzeschild: Der 5 Meter breite Schild aus Avcoat-Material erreichte Temperaturen von rund 2.800 °C – etwa halb so heiß wie die Oberfläche der Sonne.
- Blackout: Während dieser Phase war der Funkkontakt für etwa sechs Minuten unterbrochen, da die Plasmahülle keine Radiowellen durchließ. Ein Moment kollektiven Bangens im Kontrollzentrum in Houston.
3. Die „Blumen“ am Himmel: Das Fallschirm-System
In einer Höhe von etwa 7.000 Metern begann die computergesteuerte Entfaltung der Fallschirme:
- Zuerst stabilisierten zwei kleine Drogue-Schirme die Kapsel.
- Dann entfalteten sich die drei riesigen Hauptfallschirme, deren Fläche zusammengenommen fast ein Fußballfeld füllt. Sie bremsten die Kapsel von 500 km/h auf eine sanfte Aufprallgeschwindigkeit von nur noch 27 km/h ab.
4. Splashdown: Sicher im Pazifik
Am 10. April 2026 um 17:07 Uhr (Ortszeit) wasserte die Orion planmäßig vor der Küste von San Diego.
- Die Bergung: Das US-Marineschiff USS John P. Murtha war bereits vor Ort. Taucher sicherten die Kapsel, bevor die vier Astronauten per Hubschrauber an Bord gebracht wurden.
- Erste Worte: Kommandant Reid Wiseman meldete kurz nach der Landung: „Es ist gut, wieder zu Hause zu sein. Die Menschheit ist zurück auf dem Weg zum Mond – und diesmal bleiben wir.“
Missions-Checkliste (Finaler Stand)
- [x] Mondumrundung: Erfolgreich abgeschlossen.
- [x] Entfernungsrekord: Mit 406.901 km Distanz zur Erde eingestellt.
- [x] Sicherheit: Alle Crew-Mitglieder sind wohlauf und in Houston zur medizinischen Nachuntersuchung eingetroffen.
- [x] Nächster Schritt: Auswertung der Daten für Artemis III (die geplante Landung auf der Oberfläche).
Das Ziel der Artemis II Mission
Das Ziel der Mission Artemis II lässt sich als der „ultimative Härtetest vor dem Betreten des Mondes“ zusammenfassen. Während Artemis I (2022) bewies, dass die Hardware funktioniert, ging es bei Artemis II darum, zu zeigen, dass Menschen in diesem System überleben und arbeiten können.
1. Validierung der Lebenserhaltungssysteme
Dies war das wichtigste Ziel der Mission. Da Artemis I unbemannt war, konnten viele kritische Systeme erst jetzt unter realen Bedingungen getestet werden:
- Atmosphärenkontrolle: Funktionieren die Sauerstoffaufbereitung und die CO2-Filter bei einer vierköpfigen Besatzung über 10 Tage einwandfrei?
- Temperaturmanagement: Hält das System die Kabine stabil, während die Außentemperaturen im Schatten des Mondes extrem sinken?
- Strahlenschutz: Messung der tatsächlichen Belastung für den menschlichen Körper außerhalb des schützenden Erdmagnetfeldes.
2. Test der manuellen Flugsteuerung
Obwohl moderne Raumschiffe weitgehend autonom fliegen, muss die Crew im Notfall eingreifen können.
- Proximity Operations: Kurz nach dem Start führte die Crew Manöver in der Nähe der ausgebrannten Raketenstufe durch. Ziel war es, die Handhabung der Orion-Kapsel bei präzisen Annäherungen zu testen. Dies ist essentiell für Artemis III, wenn die Crew im Mondorbit an die SpaceX-Landefähre andocken muss.
3. Die „Freie Rückkehrbahn“ (Sicherheit geht vor)
Das Ziel von Artemis II war keine Landung und auch kein Einschwenken in eine feste Mondumlaufbahn.
- Man wählte eine sogenannte „Hybrid Free Return Trajectory“.
- Das Ziel: Die Schwerkraft des Mondes so zu nutzen, dass die Kapsel automatisch zur Erde zurückschleudert, falls nach dem Erreichen des Mondes die Triebwerke versagen sollten. Es war die sicherste Flugbahn, um die erste bemannte Crew seit 50 Jahren zum Mond und zurück zu bringen.
4. Vorbereitung der Infrastruktur für Artemis III
Artemis II war der notwendige Türöffner. Ohne die Bestätigung der folgenden Punkte hätte die NASA keine Freigabe für eine Landung erhalten:
- Kommunikation: Test des Deep Space Networks bei der Übertragung großer Datenmengen (Video/Audio) aus über 400.000 km Entfernung.
- Bergungsabläufe: Perfektionierung der Rettungskette nach der Wasserung im Pazifik, um die Astronauten so schnell wie möglich medizinisch versorgen zu können.
Zusammenfassung in einem Satz:
„Das Ziel von Artemis II war es, das neue Transport- und Lebenserhaltungssystem der NASA mit einer menschlichen Crew an seine Grenzen zu führen, um das Risiko für die erste tatsächliche Mondlandung im Jahr 2028 zu minimieren.“
Die Artemis II SLS-Rakete

Das Space Launch System ist derzeit die stärkste Rakete der Welt und bildete das Rückgrat für den Start der Mission Artemis II am 1. April 2026. Beim Abheben von der Startrampe 39B im Kennedy Space Center erzeugte das System einen gewaltigen Schub von etwa 39,1 Millionen Newton. Die Trägerrakete beförderte die vierköpfige Besatzung in der Orion-Kapsel sicher in eine erste Umlaufbahn um die Erde. Zwei seitlich angebrachte Feststoffbooster lieferten in den ersten zwei Flugminuten die nötige Kraft, um die dichten Schichten der Atmosphäre zu durchbrechen. Vier RS-25-Triebwerke an der Basis der massiven Kernstufe brannten danach noch mehrere Minuten lang weiter. Nach dem Erreichen des Orbits trennte sich die Hauptstufe planmäßig ab und verglühte beim Wiedereintritt über dem Ozean. Die verbleibende Oberstufe sorgte anschließend für die nötige Beschleunigung, um das Raumschiff auf den Kurs Richtung Mond zu bringen. Während des gesamten Aufstiegs hielten die technischen Systeme den enormen Vibrationen und Belastungen ohne Komplikationen stand. Dieser Erfolg bestätigte die Zuverlässigkeit der Konstruktion für künftige bemannte Flüge in den tiefen Weltraum. Die Leistung der Rakete legte damit das fundamentale Fundament für die Rückkehr der Menschheit zum Mond.
Die wichtigsten technischen Daten und Fakten zur SLS-Rakete (Space Launch System) in der Konfiguration für die Artemis II-Mission.
Allgemeine Spezifikationen (Block 1)
- Höhe: 98,1 Meter (entspricht etwa einem 30-stöckigen Gebäude).
- Startgewicht: ca. 2.600 Tonnen (vollgetankt).
- Maximaler Schub: 39,44 Millionen Newton (39,44 MN), was ca. 15 % mehr Leistung als bei der Saturn V (Apollo) entspricht.
- Nutzlast zum Mond: ca. 27 Tonnen (Orion-Raumschiff inklusive Servicemodul).
Die Hauptstufen-Komponenten
- Core Stage (Kernstufe): * Höhe: 64,6 Meter.
- Treibstoff: Über 2,7 Millionen Liter flüssiger Wasserstoff (LH2) und flüssiger Sauerstoff (LOX).
- Triebwerke: 4 RS-25-Triebwerke (ehemalige Space-Shuttle-Haupttriebwerke).
- Solid Rocket Boosters (SRB): * Zwei weiße 5-Segment-Feststoffbooster an den Seiten.
- Schubkraft: Liefern etwa 75 % des Gesamtschubs in den ersten zwei Flugminuten.
- Interim Cryogenic Propulsion Stage (ICPS): * Die Oberstufe der Rakete (gebaut von ULA/Boeing).
- Aufgabe: Beschleunigung der Orion aus dem Erdorbit auf die Bahn zum Mond (Translunar Injection).
Missionsdaten (Startphase)
- Startplatz: Launch Complex 39B, Kennedy Space Center, Florida.
- Startzeitpunkt: 1. April 2026, 18:35 Uhr Ortszeit (EDT).
- Maximalgeschwindigkeit: bis zu Mach 33 (ca. 40.000 km/h) beim Verlassen des Erdorbits.
- Brenndauer: * Booster: ca. 126 Sekunden.
- Kernstufe: ca. 8 Minuten bis zur Abtrennung.
Wirtschaftliche Eckpunkte
- Kosten pro Start: ca. 800 bis 900 Millionen US-Dollar (geschätzt nur für die Hardware des Trägersystems).
- Entwicklungszeitraum: Über 10 Jahre aktive Entwicklung bis zum ersten bemannten Einsatz.
Das Artemis II Servicemodul

Das Europäische Servicemodul bildet das technische Rückgrat der Artemis II Mission und sorgt dafür, dass die vier Astronauten im tiefen Weltraum überleben können. Es wurde im Auftrag der ESA maßgeblich in Deutschland entwickelt und direkt unter der Mannschaftskapsel der Orion montiert. Während des gesamten Fluges zum Mond lieferten die vier markanten Solarpaneele des Moduls ausreichend elektrische Energie für alle Bordsysteme. Ein leistungsstarkes Haupttriebwerk, das ursprünglich in der Space-Shuttle-Flotte eingesetzt wurde, beschleunigte das Raumschiff präzise auf seinen Kurs. Zudem beherbergt das Modul insgesamt dreiunddreißig kleinere Triebwerke, die für die Ausrichtung und Steuerung im luftleeren Raum unerlässlich sind. In den Tanks des Systems lagern zudem die lebensnotwendigen Vorräte an Trinkwasser sowie der Sauerstoff für die Atemluft der Kabine. Ein integriertes Kühlsystem reguliert die Innentemperaturen und schützt die empfindliche Elektronik vor der extremen Kälte des Alls. Durch die erfolgreiche Arbeit dieser europäischen Technologie konnte die Besatzung den neuen Entfernungsrekord für Menschen sicher erreichen. Kurz vor der Rückkehr in die Erdatmosphäre trennte sich das Modul wie geplant von der Crew-Kapsel ab. Da es keinen eigenen Hitzeschild besitzt, verglühte es schließlich kontrolliert über dem Ozean, nachdem seine wichtige Aufgabe erfüllt war.
Die Zusammenstellung der wichtigsten technischen Daten und Fakten zum Europäischen Servicemodul (ESM), dem Herzstück des Orion-Raumschiffs für die Artemis II-Mission.
Dimensionen und Gewicht
- Form: Zylindrisch.
- Höhe: ca. 4 Meter (einschließlich Triebwerk).
- Durchmesser: 4 Meter.
- Spannweite: 19 Meter (bei ausgefahrenen Solarpaneelen).
- Startgewicht: ca. 13 Tonnen (davon allein 8,6 Tonnen Treibstoff).
- Komplexität: Besteht aus über 20.000 Einzelteilen und ca. 12 Kilometern Kabelweg.
Antriebssystem (insgesamt 33 Triebwerke)
- Haupttriebwerk: 1 modifiziertes OMS-E (Orbital Maneuvering System) aus dem Space-Shuttle-Programm.
- Schub: ca. 26,7 kN (Kilonewton).
- Hilfstriebwerke: 8 R4D-11 Triebwerke für Bahnmanöver und Redundanz.
- Steuerdüsen (RCS): 24 kleine Triebwerke zur präzisen Lagekontrolle und Ausrichtung im Raum.
Energieversorgung
- Solarpaneele: 4 X-förmig angeordnete „Flügel“ mit insgesamt 15.000 Solarzellen.
- Leistung: ca. 11,2 kW (ausreichend, um zwei durchschnittliche Haushalte auf der Erde mit Strom zu versorgen).
- Besonderheit: Jeder Flügel lässt sich auf zwei Achsen drehen, um immer optimal zur Sonne ausgerichtet zu sein.
Lebenserhaltung und Ressourcen
- Atemluft: Tanks für Sauerstoff und Stickstoff zur Erzeugung einer erdähnlichen Atmosphäre in der Kapsel.
- Wasser: ca. 240 Liter Trinkwasser für die Crew.
- Temperaturkontrolle: Ein komplexes System aus Radiatoren und Kühlmittelkreisläufen, das die Abwärme der Elektronik und der Crew ins All abstrahlt.
Herkunft und Kooperation
- Entwickler: Gebaut von Airbus in Bremen im Auftrag der ESA (Europäische Weltraumorganisation).
- Beitrag: Es ist das erste Mal, dass die NASA bei einer bemannten Mission auf ein ausländisches System als missionskritische Komponente für Antrieb und Lebenserhaltung setzt.
Status bei Artemis II: Das Modul ESM-2 hat alle Erwartungen erfüllt und die Crew während des 10-tägigen Fluges lückenlos versorgt, bevor es kurz vor der Landung am 10./11. April 2026 planmäßig abgetrennt wurde und in der Atmosphäre verglühte.