05.März, 2026
Neue geophysikalische Studien haben ungewöhnliche Strukturen tief im Erdmantel entdeckt, die offenbar mit sehr alten Subduktionszonen zusammenhängen. Subduktionszonen sind Bereiche, in denen eine tektonische Platte unter eine andere Platte in den Erdmantel absinkt. Dieser Prozess spielt eine zentrale Rolle in der Plattentektonik und beeinflusst langfristig die Dynamik des Erdinneren. Mithilfe moderner seismischer Tomographie konnten Wissenschaftler erstmals detaillierte Bilder aus Tiefen von mehr als 1.000 Kilometern unter der Erdoberfläche erstellen. Dabei zeigen sich große, unregelmäßige Strukturen aus kaltem und dichterem Gestein. Diese Strukturen werden als Überreste ehemaliger ozeanischer Krustenplatten interpretiert. Sie könnten vor hunderten Millionen Jahren in den Mantel abgesunken sein. Einige dieser Plattenreste scheinen noch immer relativ stabil zu sein und bewegen sich nur sehr langsam weiter in Richtung Erdkern. Andere Fragmente wirken stark verformt und wurden vermutlich durch Mantelströmungen auseinandergezogen. Besonders interessant ist, dass manche dieser Strukturen weit entfernt von heutigen Plattengrenzen liegen. Das deutet darauf hin, dass sich die Positionen der Kontinente und Ozeane im Laufe der Erdgeschichte stark verändert haben. Die Ergebnisse liefern damit wichtige Hinweise auf die geologische Vergangenheit unseres Planeten. Außerdem helfen sie, die langfristige Entwicklung der Plattentektonik besser zu verstehen. Die Mantelstrukturen beeinflussen möglicherweise auch die Entstehung von Vulkanen und Hotspots an der Erdoberfläche. Forscher vermuten, dass manche dieser alten Plattenreste die Bewegung heißer Mantelströme lenken. Dadurch könnten sie indirekt auch Erdbebenaktivitäten beeinflussen. Die neuen Modelle zeigen außerdem, dass der untere Mantel komplexer aufgebaut ist als bisher angenommen. Früher wurde er oft als relativ gleichmäßige Schicht betrachtet. Moderne Messmethoden zeigen jedoch eine viel größere Vielfalt an Strukturen und Materialien. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, wie lange diese abgesunkenen Platten im Mantel erhalten bleiben und welche Rolle sie für die langfristige Dynamik der Erde spielen.